Bewusstsein in Bewegung – Coaching fürs Leben

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Neu: Be Your Self! Frühlingsurlaub plus Coaching 2014

Nach den vielen guten Rückmeldungen über das Herbstcamp gibt es nun eine Neuauflage im Frühling:

Der Seele eine neue Idee schenken…

Etwas für das eigene Wohlbefinden tun… Der Seele wieder Flügel wachsen und den Alltag weit hinter sich lassen.
Jeden Tag besteht das Angebot, gemeinsam alte Themen loszulassen, eigene Ressourcen integrierend zu entdecken und mithilfe von Aufstellungen und Geschichten, Meditationen, persönlicher Beratung und Übungen… wieder mehr zu sich selbst zu finden, Kraft zu schöpfen, das Leben anders zu betrachten.
Die eigene Wahrnehmung stärken und verbessern. Sogenannte „negative“ Gefühle entdecken und integrierend als Kraftquelle nutzen. Eigene Lösungen finden. Sich erinnern, dass… ich ja schon weiß, wie es geht! Tief entspannen. Bedürfnisse entdecken. Wieder die alte Form von Gelassenheit finden – oder erstmals wahrnehmen?
Eigene Anliegen können gerne mitgebracht werden. Alles ohne Leistungs-anspruch, Hektik oder Druck. Ohne „Ich muss“ oder „Ich soll.“ Selbst-bewusst und selbstverantwortlich. Wertschätzend. Wohlwollend.
Der systemisch-konstruktivistische Ansatz lädt ein, in eigenen Problemen und Themen wertvolle, kreative Ressourcen und gesunde Persönlichkeitsanteile zu entdecken. Dazu stelle ich meinen neuen Ansatz vor, persönliche Ressourcen, die Essenz, die eigentliche Kraftquelle, aufzustellen und mit ihr in Kontakt zu kommen. Eine kleine Auszeit mit Wirkungen…
Mögliche Ergebnisse und Wirkungen sind zum Beispiel (Zitate von früheren Teilnehmerinnen und Teilnehmern): wir werden erweitert – innerlich gestärkt – entspannter – bewusster – achtsamer – gerüstet – bereichert durch neue Erfahrungen – aufgeräumter. Versöhnter mit unserer Vergangenheit und mit uns selbst. Es hat viel in Bewegung gebracht.
Wirkungsvolle Möglichkeiten für zu Hause und den Alltag, für neue Schritte werden an die Hand gegeben.

Im Herzen der Vulkaneifel, fernab von jeder Hektik, befindet sich die Heidsmühle. Eine traumhaft gelegene Anlage am Ufer der Kleinen Kyll.
Die Heidsmühle wird bereits in der fünften Generation als Familienbetrieb geführt und ist vor allem aufgrund ihrer außergewöhnlichen Lage, der frischen Küche und der hauseigenen Konditorei weit über die Grenzen der Vulkaneifel als Ausflugsziel bekannt. Genießen Sie es, in den besonders ruhigen Hotelzimmern auszuschlafen, nach Herzenslust zu schlemmen oder im idyllischen Park Fische und Enten zu füttern.
Die Umgebung mit ihren Wäldern, den beiden Manderscheider Burgen, dem Lieserpfad und den Maaren lädt ein zum Atemholen, Ausruhen, Entdecken und Spazierengehen. Mehr über Landschaft und Umgebung finden Sie hier:
http://www.manderscheid.de
In der Heidsmühle steht für unsere Gruppe ein eigener ruhiger Saal zur Verfügung, in dem wir ungestört sind.
Infos über das Seminarhotel: Hotel – Café – Restaurant Heidsmühle, Mosenbergstraße 1, D-54531 Manderscheid.. http://www.heidsmuehle.de
Zeitraum: 03. bis 06. April 2014

Seminarpreis
Pro Person im Einzelzimmer inklusive Vollpension: EUR 385,00
Im Doppelzimmer pro Person inklusive Vollpension: EUR 330,00
Seminarpreis ohne Übernachtung inklusive Mittag- und Abendessen: EUR 290,00
Tageskarte inklusive Mittag- und Abendessen: EUR 130,00

Im Seminarpreis sind enthalten: Seminarteilnahme, je nach Buchung Einzel- oder Doppelzimmer, Vollpension inklusive Abendessen am Donnerstag, drei Mahlzeiten am Freitag und Samstag, am Sonntag Frühstück und Mittagessen. Das Mittagessen wird als 2-Gang-Menü, das Abendessen als 3-Gang-Menü oder Buffet serviert. Die Getränke sind, wie bei Vollpension üblich, gesondert zu zahlen.

Seminarzeiten:
Das Seminar beginnt am Donnerstag, 03. April 2014 um 15:00 Uhr und endet am Sonntag, 06. April 2014 gegen 17:00 Uhr.

Anmeldung und weitere Informationen, Antworten:
Peter W. Klein
Kleine Höhe
D-54531 Manderscheid
Tel. 06572-933620
mail@peter-klein.eu
http://www.peter-klein.eu

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Verbote in unseren Seelen

In unseren Seelen bestehen eine Reihe von Verboten. Einige möchte ich hier ansprechen und kurz vorstellen.

Es ist verboten, verdrängte Traumata anzusehen und ihnen zuzustimmen. Genau wie sie waren. Trauma muss verleugnet, verdrängt, vergessen werden. Es war nicht so, obwohl es so war. Es ist ein seelischer Schutzmechanismus. In der Folge entwickeln sich kompensierende Verhaltensmodi, völlig unbewusst natürlich.

Es ist verboten, eine Zugang zu den eigenen vitalen Bedürfnissen und Gefühlen zu haben und sich entsprechend abzugrenzen. Schon der Versuch der Abgrenzung wird als Schuld und Verrat erlebt. Das daraus resultierende schlechte Gewissen führt dazu, den befreienden Schritt entweder gar nicht erst zu wagen oder wieder zurückzugehen. So befinden wir uns oft in einer innerlichen Pendelbewegung, eingezwängt zwischen hin und her, Ja und Nein, erleben uns als nicht handlungsfähig, blockiert.

Es ist verboten, die eigene vitale Aggression zu integrieren. Sie muss als schlecht und schulderzeugend, negativ und abwertungswert erlebt werden. Angst machen. Eine Quelle des schlechten Gewissens.

Daraus resultieren kompensatorische Verhaltensmuster, die sich in unseren Beziehungen bemerkbar machen. Beziehungen zu Menschen sind dann beispielsweise charakterisiert durch ein hin und her zwischen zu großer Nähe, die sich zum Beispiel so auswirkt: ich kann deine Gedanken spüren, weiß was du fühlst und spüre es, wenn du an mich denkst. Bin eins mit dir. Habe das Gefühl, dich schon 1000 Jahre lang zu kennen. Sowie der anderen Seite: Überabgrenzung durch Beziehungsabbruch. Wenn du nicht so bist wie ich das erwarte, trenne ich mich von dir, verlasse ich dich, schließe ich dich aus von meiner Liebe. Hasse dich vielleicht sogar.
Wenn Ihre Beziehungen zu Menschen auf eine solche oder ähnliche Weise charakterisiert sind, könnten hier symbiotische Grundmuster wirksam sein.
Ich nenne es die symbiotische Schranke in unseren Seelen. Sie dient einerseits dem Überleben von Eltern und Kind, verhindert andererseits, dass Kinder, zumindest in Teilbereichen, in ihre eigene Autonomie und Lebensbewegung gelangen können. Durch ein Geflecht von missbrauchenden emotionalen Abhängigkeiten und Gefühlen wie Ängsten, Schuld, Scham, schlechtem Gewissen, niederem Selbstwertgefühl und von der eigenen Person auf andere verschobenem Verantwortungsbewussstsein entsteht ein Dschungel von abhängiger Aneinanderkettung und seelischer Not, einengender Sicht und vernebeltem Blick für die eigenen anstehenden Schritte.
Das Leben hat Vorrang.
Es ist verboten, die symbiotische Verstrickung überhaupt wahrzunehmen, in ihrer Wirkung und Auswirkung zu sehen und sich aus ihr zu lösen. Symbiose bedeutet Lebensgemeinschaft zum gegenseitigen Nutzen oder Lebenserhalt. Symbiotische Verstrickung bedeutet, dass wir mit Teilen unseres Selbst gefangen sind in Teilen der Seele unserer Eltern. Dass wir als Kinder wichtige Anteile unseres Selbst aufgeben, verdrängen, von uns abspalten mussten, um uns anzupassen. Um zu überleben. Anders werden mussten, als wir werden wollten. Sorgsam haben wir diese Anteile von uns verpackt, um den Schmerz nicht spüren zu müssen, den es uns gekostet hat, Wesentliches von uns zu verlieren und aufzugeben.
Doch Leben hat Vorrang. Das Überleben der Gruppe, der Erhalt des Lebens überhaupt ist dem Eigenen vorgeordnet.

Doch es ist nicht zu spät. Einiges lässt sich nachholen, wiederaufnehmen, ins Leben bringen. Vitale Lebenskraft kann integriert werden. Den abgespaltenen Anteilen können wir begegnen, mit ihnen in Verbindung kommen. Zum Beispiel in einer Aufstellung.

… mitten in der Kraft des Seins

Viele Menschen scheinen heute die egozentrierte Befriedigung der eigenen narzisstischen Bedürfnisse in den Mittelpunkt ihres Lebens zu stellen. Mit einem enormem Aufwand wird die Jagd nach Liebe, Freude, Reichtum, Macht, Schönheit, Körperkult und Wissen betrieben, um im Leben scheinbar Erfüllung und Befriedigung zu finden. Durch die Augen östlicher Philosophien oder den Augen der phänomenologischen Philosophie betrachtet, sind diese Bemühungen jedoch zum Scheitern verurteilt.

Denn je verzweifelter wir versuchen, das Leben zu kontrollieren und zu beeinflussen, desto eher wird es uns entgleiten. Mehr noch – wir verspielen die Möglichkeiten, die tiefen Geheimnisse des Lebens zu verstehen. Und damit uns selbst.

Schöpft man Wasser aus einem Fluss, so verliert es seine Lebendigkeit und Kraft, weil es nicht mehr in Bewegung ist. Und schlussendlich zerrinnt es zwischen unseren Fingern bei dem Versuch, es festzuhalten. Das Leben lässt sich, ganz genau wie das Wasser, nicht packen und festhalten. Die gesamte Schöpfung ist im Fluss. Und – fließt Wasser nicht immer nach vorn? Es scheint so, dass Fixiertsein auf Dinge, die nicht mitfließen können, Energie kostet und schwächend wirkt.

Erfüllung und innere Lebendigkeit erfahren wir dann, wenn wir aufhören, uns an genau das zu klammern, was sich nicht festhalten lässt.

Flow – das Sein im Fluss des Lebens ist ein Zustand fließender Lebendigkeit. Um in den Flow zu kommen, Bedarf es des Freimachens von allen Dogmen – und dem sich Überlassen, dem Hingeben einer unmittelbaren Wirklichkeitserfahrung – auch und gerade jenseits aller Lehrmeinungen und Glaubenssätze.

Es gelingt dann, die Dinge so wie sie sind und in all ihrer Lebendigkeit zu erfassen. Und sei es nur für den Hauch eines Augenblicks. Das direkte Schauen auf die Wirklichkeit, ohne an Theorien, der allgemein akzeptierten Logik und Worten festzuhalten, lässt in Kontakt kommen mit diesem Zustand, mitten in der Kraft des Seins.

Unser Bewusstsein aus den alltäglichen Ritualen und musterhaften Denkgewohnheiten herauszunehmen, führt durch eine Tür in einen überraschenden unendlich erscheinenden Raum, der uns mit dem verbindet, was wir höheres Wissen, „ich weiß mehr als ich weiß“, intuitive Ebene oder unbewusst – unwillkürliche Ebene nennen. Die Ebene der eigentlichen Absicht. Diese liegt nicht in uns selbst. Sie wirkt durch uns. Kommt aber von woanders her.

Meine ersten Erfahrungen mit systemischer Beratung, vor vielen Jahren, ließen mich staunen. In einer therapeutischen Gruppe äußerte ein Klient sein Anliegen, er habe sein Leben nicht mehr im Griff und er wolle es wieder in den Griff bekommen. Der Leiter der Gruppe antwortete ihm sinngemäß „Da bist du bei mir falsch. Bei mir kannst du nur lernen, dass du dein Leben nicht im Griff hast. Und noch nie im Griff hattest.“

Die entscheidenden Dinge unsere Person betreffend, unseren Platz im Leben betreffend, unsere Begabungen und Fähigkeiten betreffend, haben wir nicht selbst gemacht. Es geschah, wie alle wichtigen Dinge unseres Lebens, von ganz allein. Wir haben weder unseren Körper gemacht, noch unser Geschlecht, unsere Familie. Das Land in dem wir geboren wurden. Auch unseren Partner oder unsere Partnerin haben wir ganz unwillkürlich gefunden. Wie auch viele andere Dinge. Auch gewachsen sind wir von ganz allein.

In Kontakt mit dem Leben, der tieferen Wirklichkeit, erfahren wir Kraft, Sicherheit und vertrauensvolles Getragensein aus der ZUSTIMMUNG zum Sein, zum Leben, zu uns, zur Wirklichkeit, wie sie sich für uns persönlich zeigt.

In diesen Kontakt kommen wir, indem wir uns freimachen von allem Denken, allen Vorannahmen, Erwartungen, Werten, Glaubenssätzen und Ängsten. Und Absichten. Schon die bloße Absicht verändern zu wollen, eingreifen, das Leben manipulieren zu wollen, bringt aus dem Fluss. Stoppt. Bremst. Hindert.
Das sogenannte logische Denken kann den Blick auf die Wirklichkeit enorm verstellen. Nicht das Logik schlecht ist. Aber sie hat wie alles mehrere Seiten. Sie verunmöglicht es zum Beispiel, vieles so zu akzeptieren, wie es ist. Ist der Zustimmung entgegengesetzt. Sie baut gedankliche Konzepte auf mit entsprechenden Bewertungen unsererseits. In richtig und falsch, schwarz und weiß, gut und böse.
Über die Logik und über die üblichen Muster und Wertesysteme hinauszugehen in eine neue, unentdeckte Weite, lässt uns Staunen. Wie? Gerade die Akzeptanz der Dinge wie sie sind, bringt die ersehnte Kraft und Harmonie.

Haltungen zum Leben

Die Haltung, die wir zum Leben einnehmen, ist von entscheidender Bedeutung. Vieles hängt von ihr ab. Haltung bedeutet, welche Beziehung habe ich zum Leben? Zum eigenen Leben? Zum Leben anderer? Zum Leben als irdischem Phänomen schlechthin?
Wie und wodurch ist diese Beziehung, diese Haltung charakterisiert?
Die Haltung zum Leben zeigt sich in unserer Haltung zu uns selbst, unserer Familie, Freunden, der Arbeit und dem, was damit zusammenhängt, zur Gesundheit usw.

Durch Dankbarkeit? Kann ich das Leben als Geschenk sehen? Als etwas ganz Einzigartiges? Etwas, das mir geschenkt wurde und nicht selbstverständlich ist? Als etwas, wie ein lebendiges Wesen, zu dem ich eine Beziehung habe und zu dem ich eine Beziehung pflegen, aufbauen und entwickeln kann?

Liebe das Leben – und das Leben liebt Dich… !?!!

Zum Beispiel Dankend? Durch Bejahung? Durch eine bittende Haltung auch? Indem ich meine Beziehung zum Leben segne – durch einen Lichtstrahl aus meinem Herzen? Etwas, das ich lieben darf? Wertschätzend zum Leben in mir und zum Leben der Anderen?
Kann ich mit dem Leben umgehen wie mit einer Beziehung? Indem ich etwas für diese Beziehung gebe und leiste, manchmal auch zugunsten etwas anderem auf etwas verzichte? Kann ich ein Gefühl von Liebe für das Leben empfinden?

Leben ist nicht selbstverständlich. Schon bei unserer Zeugung kamen fast unendliche Zufälle zusammen, dass dieser unser Vater und diese unsere Mutter sich trafen. Ausgerechnet diese eine Eizelle und dieses eine Spermium sich vereinigten und die Grundlage unseres Seins wurden. Auch die Geburt – ein Wagnis. Dennoch hat es geklappt und war erfolgreich. Eine Reihe von Erfolgen hintereinander…
Durch die Kraft des Zufalls, der Stringenz von Informationsweitergabe und Weiterentwicklung. Durch die Bewegung des Fortschritts. Durch die Wege der Liebe sind wir geworden. Eine Verbindung von Gegensätzen. Eine Tür öffnet sich. Willkommen im Sein. Leben ist ein Phänomen. Ein Phänomen des Planeten Erde. Es übersteigt unser Verstehen und unsere Frage nach dem Sinn. Wie Fische, die im Ozean schwimmen und den Ozean weder in seiner kompletten Tiefe, seiner Ausdehnung erfassen noch in Ruhe von oben betrachten können, sind wir, was das Leben betrifft, lediglich dazu in der Lage, Teilaspekte des Lebens wahrzunehmen. In seiner Gänze, Größe und Tiefe erfassen wir es nicht. Wir sind darin.

Geht in uns das Leben weiter, wird es fortgeführt, was in unseren Vorfahren schon da war? Fortgeführt und etwas Neues hinzugefügt? Geht es um das Leben selbst oder ist das Leben Selbstzweck?
Es ist unsere Wahl, wie wir die Beziehung zu all dem weiterentwickeln, betrachten, verändern, gestalten. In unseren Händen. In unserem Geist.

Wenn Fragen Antworten erschaffen könnten… und Wirkungen hätten…

Wie ist meine Beziehung zum Leben? Wie bewerte ich es? Wodurch ist die Beziehung, die ich zum Leben habe, charakterisiert? Oder wie sollte es statt dessen sein? Was hätte ich gerne statt dessen?

Das Leben als etwas ganz besonderes, als ein wundervolles Geschenk, voller Energie und Gestaltungsspielräumen wahrzunehmen?
Etwas, das mir zurückschenkt, wenn ich mich ihm schenke, hingebe? In Geben und Nehmen?

Habe ich gelernt, das das Leben etwas ist, das von mir pausenlos kontrolliert werden muss? Das schwer ist? Gegen mich? Gefährlich? Ungerecht? Feindselig? Habe ich meine Einschätzungen und Bewertungen des Lebens einfach automatisiert als Reaktion auf das, was war, entwickelt?
Kann ich meine Erfahrungen mit dem Leben und die meiner Vorfahren anerkennen, wertschätzend betrachten? Ihnen im Herzen zustimmen und dann weitergehen? Meiner eigenen Lebensgeschichte zustimmen? Auf zu neuen, anderen, erfüllenderen Erfahrungen? Mich für die andere Seite öffnen von Schmerz, Trauer und Einsamkeit? In denen das Glück ganz unwillkürlich von allen Seiten kommt?
Leben als ein Phänomen, unerklärlich, groß, schön, aufregend, immer neu, erfüllt mit Liebe, voller sicherheitgebender Rituale, stark, sich vervielfältigend, bereichernd, entgegenkommend, mehr und mehr und mehr….

Das Leben und ich…

Ist das Leben ausserhalb von mir oder fühle ich, wie ich darin bin, ein Teil des Lebens? Kann ich Ja zum Leben sagen? Und Danke? Und mein Leben segnen? Also mit Wohlwollen betrachten? Das Jetzt, die Vergangenheit, das Morgen? Bittend meine Hände nach vorne ausstrecken? Welche Wirkungen würde das haben? Kann ich meine Beziehung zum Leben als ein lebendiges Geschöpf sehen? Als Bild gemalt – wie sieht es aus? Welche Teile von mir kann ich in diesem Geschöpf deutlich wahrnehmen, spüren, identifizieren? Wie geht es diesem Geschöpf? Wie sieht es aus? Wie fühlt es sich? Was würde es sagen, wenn es sprechen könnte? Was braucht es, welche Bedürfnisse hat es vielleicht? Wo will es mit mir hin?

Bewegung ins Leben

Ein Wesensmerkmal des Lebens ist Bewegung. Um geboren zu werden, war Bewegung erforderlich.
Wurde meine Bewegung ins Leben unterbrochen, gestoppt, verlangsamt? Hat sie mir Angst gemacht? Wie ist meine Bewegung relativ zur Lebensbewegung schlechthin?
Bewege ich mich ins Leben hinein, gehe ich auf das Leben zu, lasse ich mich ein? Mag ich Ja sagen zur Bewegung des Lebens? Mag ich mir die Erlaubnis geben, die gestoppte, unterbrochene, verlangsamte Bewegung meiner Seele ins Leben wieder aufzunehmen oder erstmalig zu beginnen?
Wenn das Leben ein Fluss ist, schwimme ich mit dem Strom, seitlich oder dagegen? Inwieweit lasse ich mich von ihm vertrauensvoll tragen?

Stärken stärken

Ein wenig möchte ich übertreiben. Um den Zusammenhang zu verdeutlichen. Was wissen wir über uns, was haben wir über uns gelernt durch viele Rückmeldungen, wenn wir unsere Schulzeit beendet haben? Sind wir uns unserer Stärken oder unserer Schwächen bewusster geworden, wenn die Schulzeit beendet ist? Aufgrund der Antworten von vielen Menschen entsteht der Eindruck, dass wir sehr viel über unsere Schwächen gelernt haben. Unsere Stärken bleiben uns jedoch eher unklar, nebulös.

Energy flows where attention goes

Nun besagt ein wesentliches Gesetz der Physik dieses Universums, dass Energie dorthin fließt, wohin wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Es hat Wirkungen, wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf unsere Defizite und Schwächen halten. Umgekehrt genauso.
Wenn ich Menschen bitte, mir spontan fünf ihrer Stärken zu nennen, ernte ich überraschte Blicke, Schulterzucken, ja oft Hilf- und Ratlosigkeit. Umgekehrt funktioniert es hervorragend. Das Benennen von Schwächen, Defiziten und in unseren Augen eher negativen Verhaltensbeschreibungen gelingt schnell, präzise, spontan, leicht. Wir scheinen oft in der Selbstabwertung geübter und erfahrener zu sein. Ganz unwillkürlich gelingt uns das mit Leichtigkeit.

Selbstbewusstsein bedeutet, sich der eigenen Stärken aber auch Grenzen bewusst zu sein. Zu wissen wer man ist.

Seltsam. Wir haben also gelernt, die Beziehung zu uns selbst eher an defizitären Beschreibungen auszurichten. Ist das ein Merkmal einer liebevollen, achtungsvollen Beziehung zu uns selbst?

Gleichzeitig spukt aber der Auftrag, unseren Nächsten so zu lieben, wie uns selbst, in unserem Kollektiv herum. Eigenartig, dachte ich mir. Wie können wir unseren Nächsten lieben, wenn wir für uns selbst eher abwertende Beschreibungen in uns tragen? Wie können wir unseren Nächsten auch nur gelten lassen, ihm zustimmen, wie er ist, ihn freilassen, so zu sein, wie er möchte, wenn wir uns selbst permanent abwerten? Und damit diese Teile von uns, die wir ja ganz offensichtlich an uns selbst nicht mögen, im Anderen bekämpfen müssen? Also unsere Selbstabwertung unbewusst auf andere übertragen?

Worauf weist uns die Schwierigkeit, unsere Stärken klar und deutlich wahrnehmen und artikulieren zu können, eigentlich hin?
Ich möchte, was die Antwort betrifft, die Hypothese einführen, dass es ein Hinweis darauf ist, wie sehr oder wie wenig wir in Kontakt sind mit unseren Gefühlen und Bedürfnissen. Mein Bild ist, dass es sich um einen Hinweis darauf handelt, in welchem Umfang wir in Kontakt mit den echten, vitalen Bedürfnissen unseres Selbst und Seins sind. Wie nah oder fern wir uns der Essenz unseres Daseins befinden. Und wie sehr vielleicht Selbstabwertung oder Selbstablehnung oder Selbsthass an die Stelle getreten sind, wo wir uns selbst schätzen, akzeptieren, überhaupt mit unseren Gefühlen und vitalen Bedürfnissen wahrnehmen und entsprechend gelernt haben, zu handeln und für uns selbst einzutreten, ohne anderen die Macht über uns zu geben, uns zu manipulieren. Haben wir schon die Stärke der Selbstverantwortlichkeit entwickelt oder ist dieses Gefühl noch unvorstellbar neu oder fremd oder angsterzeugend?

Aber Achtung: ich spreche hier nicht von Egotripps. Sondern von der Entwicklung einer liebe- und achtungsvollen Beziehung zu uns selbst, die uns eine gesunde Abgrenzung gegenüber den Manipulationen und Missbrauchsversuchen der Umwelt beschützt. Von einer kongruenten und autonomen Daseinsweise. Von einem Weg in ein selbstverantwortlicheres Dasein. Dem Weg ein Individuum zu werden.

Aggression

Ist es auch ein Hinweis darauf, ob und wie stark wir schon ein Konzept von Abgrenzung entwickeln konnten, indem wir unsere Aggression nicht ablehnen sondern als einen schützenden, vitalen Lebensimpuls schätzen gelernt haben? Statt uns dafür zu schämen, dass wir aggressive Impulse in uns tragen. Schuldgefühle entwickeln für diese vitalen Impulse? Und uns dafür heimlich abwerten, hassen und versuchen, uns selbst zu zerstören, indem wir diese „schlechten“ aggressiven Impulse zu überwinden versuchen, um einen „besseren“ Gutmenschen aus uns zu machen? Können wir schon sehen, dass Aggression allerorten wirkt und einer der Motoren des Lebens, ja dieses Kosmos schlechthin ist? Aggression wird gemeinhin als „negativ“ bewertet. Abgewertet. Oft auch mit dem Attribut des männlichen Versehen mit dem unbewussten Wunsch, die Aggression zu kontrollieren oder auszumerzen. Ist nicht der Krieg, also die Aggression schlechthin, der Vater vieler Dinge? Verdanken wir nicht den aggressiven Kräften der Vergangenheit die Mehrzahl unserer Errungenschaften im Bereich Soziales, Technik, Medizin, den Frieden in Europa usw.? Will das nicht anerkannt werden?
Es besteht oft sogar ein unbewusstes Verbot dafür, die eigene Aggression haben und auf eine konstruktiv-abgrenzende Weise nutzen zu dürfen. Der Zugang zu den Teilen unseres Selbst, welche der gesunden Abgrenzung dienen, ist verstellt, unsichtbar oder sogar eklatant verboten.

Dies ist einer der tiefen Grundbewegungen, die in Depression und BurnOut führen. Sie ist ein Motor menschlicher Destruktivität, weil sich die unvollständige Beziehung zur Aggression und das Verbot zu einem gesunden „Nein“ zur Abgrenzung des eigenen energetischen Spaces um die eigene Person schwächend auswirken, destabilisieren und destruktiv gegen die eigene Person und / oder andere. Sie verhindern autonomes Sein und das Erkennen von Wahlmöglichkeiten. Diese Haltung ist auch bei Abhängigkeiten und Missbrauch in ihren vielfältigen Gesichtern beteiligt. Missbrauch existiert nicht nur auf der körperlichen Ebene, sondern ebenso auf den emotionalen, mentalen und spirituellen Ebenen unseres Daseins. Und er existiert sowohl im persönlichen, zwischenmenschlichen wie auch im kollektiven Bereich.

Von daher haben wir oft das Gefühl, nicht wir selbst zu sein. Wir spüren, dass uns etwas fehlt, wissen aber nicht was. Leiden unter unserem Empfinden, an uns selbst vorbeizuleben. Haben Ängste. Und fürchten uns heimlich vor Persönlichkeiten, die in Kontakt mit ihren Gefühlen auf uns selbstbestimmt und kongruent wirken, d.h. in Einklang mit ihren Bedürfnissen und Empfindungen sind, dieses auch zum Ausdruck bringen und danach handeln. Schämen uns ganz heimlich dafür, dass wir nicht so sind wie diese Menschen. Wissen wir doch tief in uns um dieses Sehnen, auch so sein zu wollen.

Ein gesunder Zugang zur eigenen Aggression ist ein Lernprozess. Er braucht u.a. Zeit, die eigene Erlaubnis für Veränderungen und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen.
Natürlich gibt es auch eine fehlgeleitete Aggression, die sich gegen andere oder gegen die eigene Person richtet. Das sind Hinweise darauf, dass die eigenen aggressiven Impulse noch nicht auf eine gesunde Weise ins die eigene Persönlichkeit integriert werden konnten. So brauchen wir Feindbilder, etwas „Böses“, das wir abwerten, bekämpfen, vernichten können.
Eine positiv integrierte Beziehung zur Aggression macht handlungsfähig. Unterstützt uns dabei, frei zu sein für den eigenen Weg und hilft dabei, ohne Schuldgefühle autonome Entscheidungen für das eigene Leben zu treffen. Hilft dabei, mehr bei sich zu sein anstatt bei anderen. Wir können sogar das Wort „NEIN“ zu anderen Menschen sagen, ohne uns schuldig zu fühlen und Angst davor zu haben, was andere über uns denken könnten. Wie oft sagen wir bisher „Ja“ obwohl wir innerlich „nein“ meinen? Die Kraft zum Selbstausdruck und zu einer gesunden, konstruktiven Selbstabgrenzung stammt u.a. aus der eigenen Aggression!

Vitale Lebensenergien

Die Aggression ist nicht das einzige abgespaltene vitale Lebensgefühl. Sie steht hier stellvertretend für eine ganze Reihe weiterer Gefühle, also Energien, die unsere Existenz steuernd und erfüllend begleiten (wollen), und auf die wir im Verlauf unserer Individuation vielleicht verzichtet haben bzw. verzichten mussten. Zum Beispiel weil es die Folge war von Überlebensstrategien oder der Anpassung an traumatisierte Eltern(teile).

Das heißt, manchmal müssen wir etwas innerlich von unserem gesunden Selbst aufgeben und loslassen, was eigentlich zu uns gehört. Wir haben dann später vielleicht das Gefühl, etwas verloren zu haben, etwas zu vermissen, dass uns etwas fehlt. Und manchmal müssen wir etwas aufnehmen, in uns fortführen und mit uns tragen, was gar nicht zu unserem Selbst gehört. Wir haben dann vielleicht das Empfinden, etwas Schweres mit uns herumzutragen, dass uns etwas bedrückt, belastet, blockiert. Wir fühlen uns, wie immer der genaue Zusammenhang bei uns auch sein mag, blockiert und innerlich gebremst im vollen Vollzug unseres Lebens und ohne die vitale Lebenskraft, von der wir in unserer Tiefe spüren, dass sie ein natürlicher Teil von uns ist.

Aber wir waren ursprünglich bei den Stärken. Der Zusammenhang ist, eine Bereitschaft für die Erlaubnis zu entwickeln, Stärken, Ressourcen und Kraftquellen bei sich selbst zu entdecken. Den Weg zur eigenen Power zu beginnen. Das Wissen und der zunehmende Kontakt mit der eigenen Kraft, denn darum handelt es sich ja, erzeugt ein neues, positives Lebensgefühl. Gibt mehr Sicherheit. Setzt Neues in Gang.
Die Frage ist: bin ich bereit, Neues über mich zu lernen und längst Vorhandenes in meinen Wahrnehmungsfokus zu lenken?
In Kontakt zu kommen mit den gesunden, starken Anteilen unseres Selbst. Berührt zu werden von der Essenz unseres Daseins.
Wie finden wir einen Zugang zu unseren Stärken? In unseren Schwächen zum Beispiel. In dem, was wir an uns abwerten. Und hinter dem Schweren, Traurigen, den Verlusten, dem Schmerz unseres Lebens. Klingt das provokant? Das ist gar nicht die Absicht. Hinter der erwachsenen Anerkennung des Schweren, des Schmerzes, unseres Leidens und unseren Lebensleistungen wartet eine noch unbekannte Kraft auf uns. Durch die Anerkennung unserer Vergangenheit als wesentlichem Teil unserer Biographie wie sie war. Durch ein Umschalten unserer eigenen Bewertungen für uns selbst. Durch die Suche nach einem Zugang zu unserem Selbst. Durch das Weglassen der Frage nach dem „warum“ etwas so war und durch den Ersatz des „warum?“ durch ein „wozu?“ Durch das Beenden der Vorwürfe an andere und durch das Beenden der Idee, unsere Eltern oder unsere Kindheit trügen die Verantwortung für unsere heutigen Probleme ganz allein. Durch das Verändern der Umgangsweise mit der Vergangenheit und dem Heute. Durch einen konstruktiven Umgang mit den verinnerlichten Bildern.
Und mithilfe einer Reihe von Fragen und anregenden Einladungen zu veränderten Blickwinkeln, die wir in der Fortbildung „Systemische Beratung“ gemeinsam entwickelt haben (http://www.peter-klein.eu). In Coachings, als Einzelberatung oder in kreativen Gruppenarbeiten gelingt es oft mit Leichtigkeit, einen Zugang zu dem zu bekommen, was wir vermissen, was uns fehlt. In der Elternberatung finden Sie Möglichkeiten und neue Handlungsspielräume, Ihr Kind zu stärken. Mehr dazu finden Sie auf meiner Homepage.

Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, mir eine Liste meiner Stärken anzufertigen? Mir meine Stärken bewusst zu machen, mir zu erlauben, Stärken zu haben. Auf die Kraft zu schauen, die hinter dem Unvollkommenen und Schwerem steht und mich hat überleben lassen, egal was war und geschah?
Was sind Stärken? Zum Beispiel Verlässlichkeit, Zuverlässigkeit, Sensibilität, Einfühlungsvermögen, Kompetenz, Kreativität, Neugierde, Belastbarkeit….

Wahrnehmung und Veränderung

Was bedeutet Wahrnehmung?

Wahrnehmung ist die Nutzung und Interpretation von Sinnesreizen, die uns unser Körper vermittelt. Sie ermöglicht uns eine Interpretation der Welt in uns und um uns. Die Interpretation geschieht dann mithilfe komplizierter Prozesse, die sich wechselseitig beeinflussen, in unserem Gehirn.
Interpretation bedeutet letztlich dass wir die Welt um uns und in uns interpretieren. Das heißt, alles was wir wahrnehmen, wird von uns gedeutet. Deshalb haben alle Menschen unterschiedliche Wahrnehmungen und Interpretationen der Welt. Diesen Text hier zum Beispiel werden Sie anders wahrnehmen und optisch wie inhaltlich anders interpretieren als eine andere Person.

Nicht zwei Menschen nehmen die Welt genau gleich wahr und deuten sie auf exakt die gleiche Weise. Sondern unterschiedlich. Es sind die Unterschiede, welche die Spannung und Bewegung erzeugen, die sich in fast unendlich vielfältiger Weise im Leben ergeben.

Vertrauen in die Wahrnehmung

Was bedeutet es, der eigenen Wahrnehmung Vertrauen zu schenken? Wissen wir eigentlich in einem Teil unseres Selbst was wir brauchen? Wir wollen? Wohin die Reise für uns geht?
Hat man Ihnen als Kind erzählt wie Sie die Welt zu deuten haben? Sie irritiert? Oder hat man Sie darin bestärkt, Ihrer Wahrnehmung zu vertrauen, sich auf sie zu verlassen und dem entsprechend -sich Ihrer selbst bewusst – zu handeln?

Wahrnehmung ermöglicht Bewusstsein
Durch das wahrnehmen unserer Umwelt mithilfe unserer diversen Körpersinne werden wir uns der Welt bewusst. Und bekommen auch eine mehr bestimmte oder auch unbestimmte Idee von dem, was wir glauben zu sein. Von Identität. Von Wille und Abgrenzung von anderen um uns

Die weiße Wand

Ein weiser Lehrer deutete auf die Wand hinter sich und fragte seinen Schüler „Was siehst du?“ Dieser betrachtete die Wand und antwortete schließlich „Einen schwarzen Punkt.“ Der Lehrer gab zur Antwort „Den kleinen Makel, den winzigen schwarzen Punkt, den siehst du. Ihm schenkst du deine Aufmerksamkeit, deine Zeit und Energie. Die große weiße Wand jedoch, die siehst du nicht.“

Ich nenne es Fokussierung auf das Defizit.
Dies ist ein entwicklungsgeschichtlich gewachsenes, bedeutsames und wichtiges Verhaltensmuster. Wir bemerken die Makel. Das schützt uns vor Gefahr. Verlieren wir jedoch das Größere aus dem Blick, verengt sich unsere Wahrnehmung immer mehr, bis wir, oft auch in der Beziehung zu uns selbst, nur noch das Makel, das Defizitäre, wahrnehmen (können). Und werten uns selbst immer mehr ab. Unbewusst. Vollautomatisch.
Ich nenne es das Phänomen der perfektionierten Selbstabwertung.

Wahrnehmung verändern

Wahrnehmung verändern heißt Beziehung verändern. Und Beziehung verändern ermöglicht wiederum, Wahrnehmung zu verändern. Verändern bedeutet in diesem Kontext: erweitern. Mehr wahrnehmen. Neues wahrnehmen. Vom Tunnelblick zum Schauen, Fühlen, wahrnehmen von Weite. Von anderen, bisher von uns unerkannten Aspekten eines Phänomens, einer Erinnerung, der Bewertung unserer Vergangenheit zum Beispiel.

Das Gute im Anderen wahrnehmen

Verändernd wirkt weniger das so oft resultatlos vorgeschlagene positive Denken. Es führt eher zu Stress, weil es zum aufrechterhalten der Probleme beitragen kann, indem es etwas von uns verlangt, was augenscheinlich nicht zu uns passt. Uns dazu überreden will, unsere Würde aufzugeben, uns selbst untreu zu werden. Hilfreich ist eher die Veränderung unserer Wahrnehmung und die Veränderung der Deutung und Interpretation des Wahrgenommenen. Damit verändert sich auch unsere Beziehung, beispielsweise zu uns selbst, zu unserer Arbeit, unserer Vergangenheit, unseren Partnern, Eltern. Zu der Welt, in der wir leben wie auch zu Geld, Erfolg, Beruf.

Welche Wirkung würde es haben, wenn wir unsere Wahrnehmung auf das Gute in anderen Menschen lenken würden? Uns erlauben, immer deutlicher wahrzunehmen, was andere Menschen oder Gruppen Gutes haben? Erspüren und uns bewusst machten, worin ihr Dienst, ihr Wert, ihre Qualität, ihr Beitrag zum Leben liegt?
Wenn wir sie nicht einengend, auf das Defizitäre schauend, sondern als einen Teil von etwas Größerem wahrnehmen? Zu ihnen JA sagend? Ganz genau so wie sie sind? Ohne Ansprüche, ohne Urteile, ohne Vorwürfe? Auf alle einschränkenden Bilder, Haltungen und Empfindungen verzichtend?
Wenn wir auch uns selbst so wahrnehmen würden? Mit Dankbarkeit? Bejahend? Welche Auswirkungen hätte das auf unsere Beziehung zu uns selbst und zu anderen Menschen, zur Welt um uns herum?

Mathematik des Lebens

1 + 1 = 2 ! Basta! Ist doch völlig logisch! Versteht doch jedes Kind! Und gilt ja auch im Leben.

Folgt das Leben der gleichen Logik?

Bei näherer – oder distanzierterer Betrachtung erscheint dem Bewusstsein eine andere Mathematik. EINS plus EINS ergibt DREI. Wieso? Stellen Sie sich folgende Situation vor: ein Mann und eine Frau lieben sich. Rein körperlich zum Beispiel. Dann geschieht im Bauch der Frau ein Wunder. Ein Wunder der Liebe. Und die Frau wird schwanger. Bekommt später ein Kind. So werden aus eis und eins: drei. Das bedeutet, wenn menschliche Beziehungen und schöpferische Kräfte ins Spiel kommen, das Leben selbst, erweitern sich Mathematik und Logik.

Meiner Auffassung nach wird dieser Tatsache zu wenig Rechnung getragen. Was zu den folgenschweren Fehlentscheidungen und Krisen in der Wirtschaft beiträgt. Und dem, was wir alle fühlen können, unmenschlichen Umgang mit uns selbst in Bereichen, in denen die rationale, materialistische Mathematik (1 + 1 = 2) über Menschlichkeit und Wertschätzung gestellt wird. Der reinen objektiv messbaren und kontrollierbaren Leistung geopfert wird. Diese Logik übersieht die Bedeutung sozialer Beziehungen, menschlicher Bedürfnisse und schöpferischer Kreativität. Sie reduziert Menschen auf wenige Bedeutungen. Fordert unbarmherzig Resultate ohne die Folgen für die Einzelnen zu beachten. Burnout, Coolout, Angststörungen und weitere stressbedingte Symptome und Erkrankungen sind die Folge.
Eine erweiterte Mathematik trägt auch den menschlichen Beziehungen und Bedürfnissen Rechnung. Das bedeutet, sie hat auch die systemischen Bedeutungen und Querverbindungen im Blick.

Seltsam doch, wie unser Schulsystem diese klassische, materialistische Logik ad absurdum führt:
Bin ich sehr gut, bekomme ich wenig, nämlich nur eine 1.
Leiste ich ungenügendes, bekomme ich viel, nämlich eine 5 oder gar eine 6. In anderen Ländern und Schulsystemen ist es, nebenbei erwähnt, genau andersherum.

Ist doch logisch!?

Erst bei den Eliten der gymnasialen Oberstufe dreht sich das Ganze wieder. Und die Logik ist wieder in diesem Sinne „richtig“: Bin ich sehr gut, bekomme ich viel, nämlich eine 15.
Umgekehrt eine 1 oder eine 0.

Der materialistischen mathematischen Logik folgend erleben wir uns in immer schnelleren Bewegungen und Strudeln. Vergessen sogar, wofür wir gearbeitet haben: in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts hatten wir allgemein erkannt, dass Technologie unser Leben leichter und einfacher machen kann. Wir entwickelten Arbeitsmodelle für 35 Stunden pro Woche oder für vier Tage. Dann ist etwas passiert, was wir nicht genau benennen können. Der Druck am Arbeitsplatz nimmt für Millionen Menschen deutlich spürbar zu. Plötzlich genügen 24 Stunden pro Tag nicht mehr, sieben Arbeitstage pro Woche erscheinen knapp. Und alle arbeiten immer mehr und mehr. Immer mehr Menschen fühlen sich ausgebrannt. Das weitere Resultat ist, dass die neuen Götter, nämlich das „Wachstum“ und die „Industrie“ immer wichtiger werden. Und die Ängste Wachsen. Am Ende wissen die verantwortlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Unternehmen nicht mehr, was sie mit den gewaltigen Gewinnen anfangen sollen. Sie investieren. Und am Ende jagt Krise die nächste Krise. Die Gelder sind verbrannt. Und die Unternehmen müssen durch Steuergelder gerettet werden.
Seltsam, oder? Eigenartig, wie uns die Angst antreibt, unsere Lebenskraft und -zeit hinzugeben und sie einem Geldverbrennungsmechanismus zu opfern.

Was führt weiter?

Wie immer geht eine Erweiterung des Bewusstseins u.a. mit Erkennen, Verstehen und Durchblicken des Teiles der Entwicklungen einher, der offensichtlich verrückt ist. Natürlich sind die Entwicklungen im wirtschaftlichen Bereich nicht grundsätzlich schlecht oder falsch. Aber alle Bewegungen, welche Massen von Menschen ergreifen, haben auch einen Teil, der sich blind verrennt bis ins Verrückte hinein. Die Geschichte liefert hierfür unzählige Hinweise in allen Bereichen.
Weiterentwicklung braucht Mut zur Veränderung. Im Kleinen anzufangen. Bei sich selbst. Das bedeutet, mehr Selbstwahrnehmung zu erlauben, also die Signale des eigenen Körpers, die dieser unaufhörlich sendet, umzusetzen. Die eigenen Stärken zu erfassen und zu leben. Sich der eigenen Kompetenzen bewusster zu werden. Damit einhergehend ein Bewusstsein des eigenen Wertes zu entwickeln. Selbstbewusst. Selbstverantwortlich.

Weil wir in Sicherheit sind! Wir könnten uns entspannen…

Wie gehen wir mit dem Leben um? Persönlich und im Kollektiv?

Obwohl wir, allein schon auf Europa bezogen, in den sichersten aller Zeiten leben, den höchsten jemals erreichten Komfort genießen, über die größte jemals vorhandene Mobilität verfügen, verhalten wir uns, als ob jeden Moment die Welt untergehen würde.
Gestresst, in Eile, hektisch, getrieben, angsterfüllt erleben wir uns oft. Wir benötigen Entspannungskurse. Haben zu wenig Zeit. Fühlen uns überfordert.

Offenbar haben wir nur wenig Bewusstsein dafür, was sich in den letzten Jahrzehnten verändert und entwickelt hat. In Deutschland, in Europa, der Erde.

Wenn wir uns öffnen für all das Neue, die Sicherheit und Verlässlichkeit, mit denen die Dinge um uns herum funktionieren. Und für das hohe Mass an Perfektion. Für all die Wahlmöglichkeiten und individuellen Wege, die uns heute wie selbstverständlich zur Verfügung stehen. Für das Wissen, dass wir am nächsten Morgen wieder lebend erwachen werden – ohne befürchten zu müssen, dass Feinde unser Land überfallen oder Räuber in unser Haus eindringen und die Frauen vergewaltigen, die Männer umbringen. Unser Vertrauen darauf, dass die Versorgung und Infrastruktur funktionieren werden. Dann können wir uns entspannter und getragener fühlen. Sicherer. Unsere Ängste auf ein gelasseneres Level bringen.

Wenn wir uns öffnen für die Tragweite der Veränderungen und der Prozesse, in denen wir uns befinden, sehen wir noch mehr. Wir können uns öffnen: Für die Wahlmöglichkeiten und Selbstbestimmtheiten der Frauen, die erst seit wenigen Jahren selbstverständlich geworden sind. Frauen entscheiden in unserer Gesellschaft mehr denn je über ihren Körper, welchen Partner sie wählen werden, ob, wann und wie oft sie Kinder bekommen werden. Sie sind heute in vielfacher Weise unabhängig vom Mann, haben Ausbildung, Beruf, Geld und Anerkennung, sind mobil. Ganz neu ist das – und wie irritierend für uns Männer!

Wie viele unserer Ahnen haben dafür gekämpft, gelitten, gegeben…. Sehen wir doch, dass die gravierenden Veränderungen erst nach den beiden Weltkriegen in unserer Leben getreten sind. Sei es in Form von demokratischen Strukturen, dem Zugang zu besserer Ausbildung und Nahrung. Und nicht zuletzt durch enorme Fortschritte in Medizin und moderner Technologie. Die größten Entwicklungssprünge machen wir Menschen scheinbar in Krisen. Persönlich wie im Kollektiv.

Von daher verdient die Betrachtung der Vergangenheit durch uns, insbesondere was die Kriege und die stattgefundenen unfassbaren Gräuel anbetrifft, weniger unserer Verurteilung und überheblichen Bewertung, sondern unserer größten Achtung. Sind wir und unsere Kinder und Nachfahren doch diejenigen, welche in direkter Weise von den unglaublich vielfältigen Früchten profitieren, welche der Mut, die Tapferkeit, die Kraft und Kreativität und nicht zuletzt die Liebe unserer Ahnen und Vorfahren hervorgebracht haben. Indem wir unseren Fokus darauf legen, wozu es gedient und beigetragen hat, versöhnt es. Wir wären nicht da wo wir sind, wenn die Vergangenheit nicht genau so gewesen wäre, wie sie war. Nicht verstehen warum – sondern die Zustimmung zu allem, wie es war, genau wie es war, loslassend und bedingungslos, ist die eigentliche Leistung. Eine Leistung des Herzens. Dann war es nicht umsonst. Dann hat es Kraft, die auch wir spüren können. Unser Bewusstsein wandelt sich.

Selbstbestimmtheit bedeutet Wahlmöglichkeiten haben und erkennen. Bedeutet Autonomie. Und Autonomie macht zufrieden. Sogar glücklich. Vermittelt uns ein Gefühl von Freiheit. Von Kompetenz und Wert. Diese Autonomie können wir entdecken, entwickeln und schätzen lernen. Uns an ihr erfreuen. „Ich habe die Wahl.“ In immer mehr Bereichen. Ich darf endlich in immer mehr Lebensbereichen die Verantwortung übernehmen, die zu mir gehört und meinem Wesen entspricht. Viele haben dazu beigetragen, dass es heute so ist. Es macht dankbar, sich darauf einzulassen, wie viele unseren Weg bereitet haben, so dass wir gehen können.

Die drei Furien der Menschheit

Was steuert uns Menschen? Welchen unbewussten Kräften und Bewegungen folgen wir? Was lenkt uns im Persönlichen wie im Kollektiven? In guten wie in schlechten Zeitperioden?
Hier lassen sich eine Reihe von Wirkkräften unterscheiden. In diesem Beitrag geht es vor allem um hintergründig machtvolle Energien bzw. Gefühle.
Gefühle, die uns alle unwillkürlich so steuern, dass wir einerseits sozial angepasst sind, andererseits aber auch manipulierbar werden. Unsere Integrität und Autonomie verlieren. Unserer Wahrnehmung nicht mehr vertrauen. Uns auf eine Weise verhalten müssen, die im Widerspruch zu unserer eigenen Lebensbewegung steht.

Es geht um das, was unser Fühlen, Wahrnehmen und interpretieren der Welt beeinflusst und bestimmt und damit unser Handeln. Wir Menschen handeln u.A. rational, oft intuitiv, strategisch, perspektivisch, rollenabhängig, erfolgs- und zielorientiert, sozial orientiert, wissens- und informationsorientiert oder auch irrational. Und in besonderer Weise gesteuert von Angst, Scham und Schuld. Unser Handeln ist auf unterschiedliche Weise beeinflussbar und nur bedingt berechenbar.

Insbesondere scheinen hier die großen fühlbaren Konzepte von Angst – Scham und Schuld hintergründig wirksam zu sein.
Hochinteressant ist, zu beobachten, wie diese Gefühle bewusst von Personen sowie Institutionen eingesetzt werden, zum Teil mit klaren Zielsetzungen zur Machterringung und Steuerung von Menschen und Gruppen. Angst wird bewusst erzeugt um zu steuern und um gewisse Ordnungen aufrecht zu halten.

Unbewusst wirken diese Kräfte in vielfacher Hinsicht destruktiv – quasi als Furien, als Geißeln der Menschheit. Sie bremsen oder verhindern Kreativität, Selbstbewusstsein, autonomes Handeln und sinngebende Entscheidungen, wir trauen uns nicht, unsere eigenen Schritte zu wagen. Wagen weder eine klare Positionierung noch ein Nein da, wo es angebracht ist und unserer gesunden Abgrenzung dient. Weichen selbstverantwortlichem Handeln aus.

Ans Licht gebracht und bewusst gemacht jedoch kann ein anderer Umgang mit der eigenen Person möglich werden. Das eigene Erleben der Welt kann sich verändern. Autonomeres Dasein, Selbstbestimmtheit setzt einen Ausstieg aus den furienhaften Konzepten voraus. Klarheit, Mut und die Entschlossenheit zur Reifung und zum Überschreiten der manipulierenden Kräfte wirken reinigend von den unbewussten Bildern und verinnerlichten Überzeugungen, welche die Furien in uns immer wieder hervorrufen. Und wecken.
Die Nutzung dieser Gefühle durch Erzeugung derselben bei anderen findet auch im Kleinen wie Familie, Paarbeziehung und Freundschaft immer wieder -meist unbewusst – wirksam statt. Wir manipulieren das Verhalten anderer Menschen damit und erzeugen Macht. Anstelle der Bezeichnung Gefühle können wir auch von Kräften sprechen.
Sie wirken regulierend und ausgleichend sowie krankmachend und zerstörerisch auf einer anderen Seite.

Angst
Es gibt grundlegende Ängste, welche unserer Mobilität und dem Überleben dienen. Dazu gehören Grundängste wie die Angst vor dem Fallen (sie hilft uns beim Gehen, Laufen und Springen, denn wir wissen: Fallen tut weh) die Angst vor Dunkelheit – eine der wesentlichen Ängste der Menschheit. Sie stammt noch aus der Zeit, als wir ins Dunkelheit und Helligkeit, den Verlauf der Sonne nicht erklären konnten.
In Gebeten kommt bis ins Mittelalter hinein immer wieder der Wunsch zum Ausdruck, dass Gott es machen solle, dass es wieder hell wird. Dunkelheit war nicht nur unerklärlich sondern auch gefährlich. In der Nacht lauerten Raubtiere, Räuber und es gab die Möglichkeit, sich zu verirren, weil die Welt nachts unbeleuchtet war und ohne Wegweiser. Heute ist diese Situation kaum noch vorstellbar. Sie ist auch die Grundlage für die allgemeine Abwertung des dunklen und für die Bevorzugung des Hellen. Nicht göttliche Kräfte, sondern ganz natürliche Gründe.

Früher auch die Angst vor Gewitter, welche auch den strafenden Laune der Götter zugeschrieben wurden und neben Angst auch Schuldgefühle auslösten.

Weitere Beispiele für grundlegende Ängste:
Die Angst vor dem Eingriff in unsere körperliche Unversehrtheit. Die Angst vor dem Tod. Angst vor Kontrollverlust und vor dem Verlust von Autonomie.

Angst vor Höhe – ein aus der Physiologie des Körpers (Stress im Vagusnerv) resultierendes Gefühl. Entsteht im Zusammenhang mit der Angst zu Fallen, um einem Sturz und damit Schmerz, Verletzung und Kontrollverlust vorzubeugen.

Was denken die Nachbarn!?!
Ängste entstehen auch aus einem niedrigen Selbstwertgefühl, einem Selbstbildnis, welche die Wichtigkeit der Anderen und deren Bewertung der eigenen Person über die eigene Existenz stellt.

Scham
Scham ist ein natürliches Empfinden, welches in Verbindung mit Intelligenz und Selbstwahrnehmung aufritt. Menschen mit geistiger Behinderung haben je nach Ausprägung kein oder nur wenig Schamgefühl. Scham entsteht auch durch bestimmte Botschaften moralischer Natur, zum Beispiel die Sexualität im engeren und weiteren Sinne betreffend. Eng verbunden ist damit die Erzeugung von Schuldgefühlen und daraus wieder Ängsten, welche durch die Botschaft entstehen, Sexualität sei etwas Unnatürliches, sei schmutzig, falsch und sündig. So, als könne man die Essenz des Lebens selbst, das, was das Leben schlechthin erzeugt und zu dessen Weitergabe dient, reglementieren und begrenzen. Scham aus moralisierenden Konzepten führt dazu, dass wir uns für bestimmte Verhaltensweisen oder unseren Körper oder Teile davon schämen. Es nicht wagen, unsere Bedürfnisse zu leben und umzusetzen. Vitale Bedürfnisse unterdrücken oder verleugnen.

Schuld
Ein mächtiges Konzept, religiös indoktriniert, ebenso politisch wie auch in der Familiengeschichte und im Persönlichen. Aus Schuldgefühlen entstehen, wie schon Sigmund Freud entdeckte, Ängste. Schuld entsteht in direkter Weise, indem ein Mensch einem anderen Menschen etwas antut. Unterscheidbar wären hier kollektive Schuld von persönlicher Schuld.

Schuld macht Angst
Die christliche Religion führt hier den Begriff der „Erbsünde“ an. Und den Sündenfall – also die Trennung von Gott, wodurch der Mensch automatisch sündig, d.h. böse und schlecht ist. Er, der Mensch, darf dafür mit einer Bestrafung durch Gott rechnen. Psychologisch gesehen handelt es sich wohl eher um die Angst vor Bestrafung durch den Vater. Kirchliche Kommunikation nutzt geschickt Bilder und Worte, welche Schuldgefühle auslösen und Ängste hervorrufen können. Dadurch bleiben die Mitglieder angstvoll-abhängig und sind besser lenkbar.
Darüber hinaus wäre hier auch die Schuldgefühle des deutschen Volkes aufgrund des Holocausts zu nennen.

Verdrängte oder verleugnete Schuld wird unbewusst ausagiert. Auf andere Bereiche verschoben, wo wir u s dann vielleicht auf eine Weise erleben, die unserem eigentlichen Wollen und Sein und unserer Lebensbewegung entgegensteht.

Schuldgefühle allerorten und überall
Schuldgefühle gehören zu dem Typus Energie, der Abhängigkeiten und Ängste erschafft und aufrecht erhält.
Wir erzeugen ganz unbewusst Schuldgefühle durch unsere Kommunikation, zum Beispiel in der Partnerschaft oder bei unseren Kindern. Die dadurch entstehenden Ängste führen zu Abhängigkeiten emotionaler Art.

Ein weiterer Bereich ist der Umgang mit dem, was wir nicht erklären können. Als die Menschheit noch außerstande war, zu erklären, warum es Tag und Nacht gibt, warum Erdbeben entstehen, Kälteperioden, Dürre oder Seuchen, schrieb sie die Ursache göttlichen Mächten zu. Bezog den Ursprung auf sich: Wir haben etwas falsch gemacht. Die Götter zürnen uns. Um unsere Schuld auszugleichen, bringen wir ein Opfer dar. Und so opferten sie Nahrung, Tiere, auch Menschen, um das Wohlwollen der Götter erneut zu erringen. Im magischen Bewusstsein von Kindern, die sich die Welt nicht anders erklären können, als dass sie die Ursache sind und der Mittelpunkt, in einer Welt der Riesen und Zauberer (also der Erwachsenen, die in ihren Augen allmächtig sind).

Haben wir uns weiterentwickelt? Haben wir unser Verhalten geändert? Oder sind wir heute immer noch geneigt, so zu fühlen und zu handeln? Woran erinnert uns der Klimaveränderungswahn? Sagen wir nicht, voller Schuldbewusstsein: Wir haben etwas falsch gemacht und müssen ein Opfer bringen (Steuern und Abgaben und Gebühren, also unsere Arbeits- und Lebenskraft), um die übermächtige Natur wieder zu besänftigen – damit sie uns wieder wohlgesonnen ist?
Dabei vergessen wir sogar vor lauter blindem Aktionismus und Eifer, dass die Idee des Treibhauseffektes bereits Mitte der Achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts von führenden Forschern schlüssig widerlegt wurde.

Insgesamt gesehen entsteht der Eindruck, dass wir Menschen durch die drei Furien stark begrenzt werden und uns in vielfältiger Hinsicht irrational verhalten. Diese Gefühle sind durchaus geneigt, uns in unserer Kraft, Entwicklung und Kreativität zu begrenzen. Uns daran hindern, in die volle Kraft zum Dasein zu kommen.

Welche Wege und was führt weiter? Die Hypothese des Autors lautet, über einen Erkenntnis- und Reinigungsweg. Das Bewusstmachen der magischen Strukturen und das Loslassen der inneren Bilder, welche diese Gefühle in uns auslösen. Lernen, Verstehen und Erkennen der tieferen, zugrundeliegenden Zusammenhänge unterstützt dabei, angstfreier und selbstbestimmter zu werden und der eigenen Lebensbewegung zu folgen.

http://www.peter-klein.eu

Fünf Sinne?!!? Von wegen….

Über menschliche Sinne, Wahrnehmung, Kompetenzen

Haben Sie auch bisher in dem Glauben gelebt, sie hätten fünf Sinne? Mehr Körpersinne zu haben sei esoterischer Mumpitz? Habe etwas mit übersinnlichen Fähigkeiten zu tun?

Auf meine Frage, ob es mit fünf Körpersinnen möglich sei, aufrecht zu gehen, erhalte ich von Experten ein Kopfschütteln. Natürlich, so sagt man mir, seien für eine aufrechten Gang mehr Sinne nötig.

Zum Beispiel der Sinn, der über die Raumlage unseres Körpers Rückmeldung vermittelt, also etwa darüber, in welcher Position sich unser Körper relativ zur Erdoberfläche befindet. Ob wir im Gleichgewicht sind oder schräg, uns nach hinten oder vorne beugen oder liegen. Ich nenne diesen Sinn hier taktil-kinästhetisch. Dieser Körpersinn besteht aus zahlreichen Rezeptoren entlang der Wirbelsäule, im Innenohr und im Gehirn. Damit erhalten wir jederzeit Rückmeldung darüber, welche Bewegungen uns dabei unterstützen, um in aufrechter Position zu bleiben. Nur so werden Stehen und Gehen mittels zwei Beinen möglich.

Wussten Sie auch, dass wir Menschen über eine ganze Reihe weiterer Sinne verfügen? Zum Beispiel über die Fähigkeit zur repräsentierenden Wahrnehmung.
Über diese Art der Wahrnehmung wird viel geforscht. Bei sogenannten Familienaufstellungen oder Strukturaufstellungen machen wir uns diese natürliche Fähigkeit, über die jeder Mensch verfügt, zu Nutze. Mithilfe dieses Sinnes sind wir auf ganz natürliche Weise dazu in der Lage, uns in uns fremde Personen oder Konzepte einzufühlen. Wir müssen diesen Vorgang nicht lernen. Wir sind damit vertraut. Wer an Familienaufstellungen oder ähnlichen Arbeitsweisen teilgenommen hat, kann bestätigen, mit welcher Sicherheit und Echtheit hier Informationen spürbar werden. Allein die Tatsache, dass die überwiegende Mehrzahl aller Menschen dazu ganz einfach in der Lage ist, stellt unser übliches Weltbild in Frage – oder besser gesagt, erweitert es. Hier kommt ein völlig natürliches Empfinden ans Licht, eine Fähigkeit, unseren Körper als Antenne für Informationen zu nutzen.
Ich gehe sogar so weit, zu sagen, dass wir die Fähigkeit zur repräsentierenden Wahrnehmung ständig anwenden, normalerweise unwillkürlich, d.h. unbewusst. Später werde ich darauf noch genauer eingehen.

Wissen Sie auch über einen Sinn, der uns Informationen über die Vollständigkeit der Gruppe, zu der wir gehören, vermittelt? Wir erinnern uns vielleicht an Situationen in unserer Kindheit, in denen wir förmlich fühlen konnten, ob unsere Familie vollständig zu Hause war oder ob Jemand fehlte. Wir konnten dies spüren, ohne zuvor darüber informiert worden zu sein. Bevor wir das Elternhaus betraten, hatten wir eine präzise Wahrnehmung, vielleicht auch nur in Form einer Ahnung. Vielleicht kennen Sie das aus der Art wie Sie fühlen, wenn jemanden Ihrem Team fehlt oder ein Kind auf Klassenfahrt ist. Sie fühlen anders, etwas in ihrem Körper vermittelt Ihnen eine klare Wahrnehmung der veränderten Gesamtsituation. Auch diese Fähigkeit nutzen wir bei Aufstellungen ganz bewusst. Lassen uns ein in die Fähigkeiten unserer erweiterten Wahrnehmung und unseres Bewusstseins.

Weitere Hinweise erhalten wir zum Beispiel durch den Blick auf die sogenannte Synästhesie. Lassen Sie sich einfach überraschen und schauen Sie, worauf Sie im Web stoßen, wenn Sie dieses Wort nachschlagen. Und bleiben Sie stark, versuchen Sie einmal, sich einer pathologisierenden Denkweise zu enthalten.
Die Dinge sind oft viel weniger Ausdruck von Störungen als wir gemeinhin annehmen.

Aus dem Bauch heraus…

Wenn wir darauf achten und sensibel dafür werden, können wir ganz deutlich spüren, wie unser Körper uns Signale sendet. Unaufhörlich Rückmeldung gibt. Manche Menschen nutzen diese Fähigkeit bewusst, um Entscheidungen zu treffen. Sie sagen dann, sie hätten „aus dem Bauch heraus“ entschieden. Und oft erfahren sie dann, dass die Qualität der Entscheidung hoch war und zu guten Ergebnissen geführt hat. Das Unbewusst-Unwillkürliche in uns meldet sich in unserem Körper und vermittelt uns eine Wahrnehmung u.A. in Bezug auf die Zukunft. Erstaunlich, oder?

Mir scheint es entscheidend und in vielfacher Hinsicht bereichernd, wenn wir uns öffnen und sensibel werden für dieses MEHR dieses Wesens, das wir sind. Wenn wir die begrenzenden Glaubenssysteme hinter uns zurück lassen, welche uns reduzieren auf nur fünf Sinne. Wir sind zu mehr in der Lage, schon allein was unsere Wahrnehmung der Welt und uns selbst betrifft.

Ganz praktische Anwendung dieser Bewusstseinserweiterung zur Weiterentwicklung, Beratung und Lösungsfindung finden Sie hier: www.peter-klein.eu

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