Bewusstsein in Bewegung – Coaching fürs Leben

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Archiv für den Monat Februar 2013

… mitten in der Kraft des Seins

Viele Menschen scheinen heute die egozentrierte Befriedigung der eigenen narzisstischen Bedürfnisse in den Mittelpunkt ihres Lebens zu stellen. Mit einem enormem Aufwand wird die Jagd nach Liebe, Freude, Reichtum, Macht, Schönheit, Körperkult und Wissen betrieben, um im Leben scheinbar Erfüllung und Befriedigung zu finden. Durch die Augen östlicher Philosophien oder den Augen der phänomenologischen Philosophie betrachtet, sind diese Bemühungen jedoch zum Scheitern verurteilt.

Denn je verzweifelter wir versuchen, das Leben zu kontrollieren und zu beeinflussen, desto eher wird es uns entgleiten. Mehr noch – wir verspielen die Möglichkeiten, die tiefen Geheimnisse des Lebens zu verstehen. Und damit uns selbst.

Schöpft man Wasser aus einem Fluss, so verliert es seine Lebendigkeit und Kraft, weil es nicht mehr in Bewegung ist. Und schlussendlich zerrinnt es zwischen unseren Fingern bei dem Versuch, es festzuhalten. Das Leben lässt sich, ganz genau wie das Wasser, nicht packen und festhalten. Die gesamte Schöpfung ist im Fluss. Und – fließt Wasser nicht immer nach vorn? Es scheint so, dass Fixiertsein auf Dinge, die nicht mitfließen können, Energie kostet und schwächend wirkt.

Erfüllung und innere Lebendigkeit erfahren wir dann, wenn wir aufhören, uns an genau das zu klammern, was sich nicht festhalten lässt.

Flow – das Sein im Fluss des Lebens ist ein Zustand fließender Lebendigkeit. Um in den Flow zu kommen, Bedarf es des Freimachens von allen Dogmen – und dem sich Überlassen, dem Hingeben einer unmittelbaren Wirklichkeitserfahrung – auch und gerade jenseits aller Lehrmeinungen und Glaubenssätze.

Es gelingt dann, die Dinge so wie sie sind und in all ihrer Lebendigkeit zu erfassen. Und sei es nur für den Hauch eines Augenblicks. Das direkte Schauen auf die Wirklichkeit, ohne an Theorien, der allgemein akzeptierten Logik und Worten festzuhalten, lässt in Kontakt kommen mit diesem Zustand, mitten in der Kraft des Seins.

Unser Bewusstsein aus den alltäglichen Ritualen und musterhaften Denkgewohnheiten herauszunehmen, führt durch eine Tür in einen überraschenden unendlich erscheinenden Raum, der uns mit dem verbindet, was wir höheres Wissen, „ich weiß mehr als ich weiß“, intuitive Ebene oder unbewusst – unwillkürliche Ebene nennen. Die Ebene der eigentlichen Absicht. Diese liegt nicht in uns selbst. Sie wirkt durch uns. Kommt aber von woanders her.

Meine ersten Erfahrungen mit systemischer Beratung, vor vielen Jahren, ließen mich staunen. In einer therapeutischen Gruppe äußerte ein Klient sein Anliegen, er habe sein Leben nicht mehr im Griff und er wolle es wieder in den Griff bekommen. Der Leiter der Gruppe antwortete ihm sinngemäß „Da bist du bei mir falsch. Bei mir kannst du nur lernen, dass du dein Leben nicht im Griff hast. Und noch nie im Griff hattest.“

Die entscheidenden Dinge unsere Person betreffend, unseren Platz im Leben betreffend, unsere Begabungen und Fähigkeiten betreffend, haben wir nicht selbst gemacht. Es geschah, wie alle wichtigen Dinge unseres Lebens, von ganz allein. Wir haben weder unseren Körper gemacht, noch unser Geschlecht, unsere Familie. Das Land in dem wir geboren wurden. Auch unseren Partner oder unsere Partnerin haben wir ganz unwillkürlich gefunden. Wie auch viele andere Dinge. Auch gewachsen sind wir von ganz allein.

In Kontakt mit dem Leben, der tieferen Wirklichkeit, erfahren wir Kraft, Sicherheit und vertrauensvolles Getragensein aus der ZUSTIMMUNG zum Sein, zum Leben, zu uns, zur Wirklichkeit, wie sie sich für uns persönlich zeigt.

In diesen Kontakt kommen wir, indem wir uns freimachen von allem Denken, allen Vorannahmen, Erwartungen, Werten, Glaubenssätzen und Ängsten. Und Absichten. Schon die bloße Absicht verändern zu wollen, eingreifen, das Leben manipulieren zu wollen, bringt aus dem Fluss. Stoppt. Bremst. Hindert.
Das sogenannte logische Denken kann den Blick auf die Wirklichkeit enorm verstellen. Nicht das Logik schlecht ist. Aber sie hat wie alles mehrere Seiten. Sie verunmöglicht es zum Beispiel, vieles so zu akzeptieren, wie es ist. Ist der Zustimmung entgegengesetzt. Sie baut gedankliche Konzepte auf mit entsprechenden Bewertungen unsererseits. In richtig und falsch, schwarz und weiß, gut und böse.
Über die Logik und über die üblichen Muster und Wertesysteme hinauszugehen in eine neue, unentdeckte Weite, lässt uns Staunen. Wie? Gerade die Akzeptanz der Dinge wie sie sind, bringt die ersehnte Kraft und Harmonie.

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